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Campact-Pressemitteilung
Essen, 24. Februar 2009
Proteste vor der Aufsichtsrats-Sitzung von RWE
Zu Beginn der heutigen Sitzung des RWE-Aufsichtsrats in Essen forderten Bürger die eintreffenden Gremienmitglieder auf, sich gegen die Investition von 1,3 Milliarden Euro in zwei Atomreaktoren im bulgarischen Belene auszusprechen. Mit einer Aktion wiesen sie auf das Unfallrisiko der Anlage hin, die inmitten eines Erdbebengebiets errichtet werden soll. In Strahlenschutzanzügen gekleidete Personen versuchten, auf einem großen Trampolin ein Reaktormodell zu installieren. Kurz bevor es fertig gestellt war, begann der Boden zu schwingen - und das AKW fiel zusammen.
"RWE schlägt selbst eklatanteste Sicherheitsrisiken in den Wind und will mitten in einem Erdbebengebiet einen Reaktor mit völlig veralteter Sicherheitstechnik errichten. RWE-Chef Großmann sieht sich offenbar als Ritter der Atomrenaissance und scheint den Hals gar nicht voll zu kriegen mit neuen Atomprojekten," so Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact. "Wir zeigen RWE die Gelbe Karte! Jetzt muss der RWE-Aufsichtsrat Großmann an die Kandare nehmen und solche Atomabenteuer im Ausland beenden."
Bisher konnte sich der RWE-Aufsichtsrat nicht auf eine einheitliche Linie zu dem umstrittenen Atomprojekt einigen, da Teile der Aufsichtsrats gegen die Pläne des RWE-Vorstandsvorsitzenden sind. "Großmann hat überreizt und den Konflikt um die Finanzierung osteuropäischer Atomkraftwerke zu einer tiefen Vertrauenskrise zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ausgeweitet," so Heffa Schücking von Urgewald. "Es kann nicht angehen, dass ein Vorstand seinem Aufsichtsgremium vorschreibt, welche Konzernentscheidungen er überprüfen darf. Wer, wie Großmann, Atomkraftwerke im Erdbebengebiet bauen will, muss stärker kontrolliert werden! Hier sind insbesondere die kommunalen Vertreter im Aufsichtsrat gefragt, denn sie sind in erster Linie dem Wohl und den Interessen der Bürger verpflichtet."
Die Aktion vor der Sitzung des Aufsichtsrats wird von der Umweltorganisation Urgewald, dem Online-Netzwerk Campact, der Greenpeace Gruppe Essen sowie der Essener Attac-Gruppe organisiert. In den letzten Monaten hatten fast 22.000 Bürger online Gelbe Karten an die Aufsichtsratsmitglieder unterzeichnet, um den Bau des Kraftwerks russischen Designs zu verhindern (http://www.campact.de/atom2/sn4/signer).
Für Rückfragen:
Christoph Bautz, Campact e.V.:bautz@campact.de, 0163.5957593
Heffa Schücking, Urgewald: heffa@urgewald.de, m. 0160.96761436